Schichten & Hüllen
Mit ihrer mehrteiligen Arbeit Schichten & Hüllen lädt die Künstlerin auf eine Reise in eine vielschichtige (Körper-) Welt ein. Ein Teil der Arbeit sind Fotocollagen, gedruckt auf transparente Seidenstoffe. Sie zeigen Frauenbildnisse und Teilakte in Überlebensgrösse. Dabei sind die Körper mit feinen Schichten aus Farbfeldern und buntgemusterten Tüchern überdeckt oder mit einzelnen Körperfragmenten collagiert. Die Künstlerin installiert die Banner als zusammengehörende Gruppe im Raum. Die Porträtierten auf den Bannern erwecken den Eindruck, sich in ihrem Reigen zu beschützen und sich gegenseitig zu stärken. Mirjam Wanner erforscht in Schichten & Hüllen sichtbare und unsichtbare Körperthemen, wie etwa die Transgenerationale Weitergabe. Gemeint ist damit die Übertragung von Erfahrungen der Angehörigen einer Generation auf die Mitglieder einer nachfolgenden Generation. Dabei sind für die Künstlerin Aspekte aus der Psychologie, wie die unbewusste oder bewusste Weitergabe von Traumata oder Fragestellungen aus der Neurologie und Religion von Interesse.
Ein weiterer Teil der Arbeit Schichten & Hüllen ist eine Videoarbeit, in der die Künstlerin die Themen Körper, Familie und interfamiliäre Beziehungen weiter ergründet. Zwei Protagonistinnen laufen, tanzen, drehen und wiegen sich über immergleiche Wege –gleichsam eines performativen Schreitens über einen Catwalk. Die Körper sind bei jedem Lauf in unterschiedliche Kleidungstücke gehüllt. Es handelt sich dabei immer um das gleiche Textil, das in unterschiedlicher Weise um die Körper gewickelt wird. Die Filmbildgestaltung weist ein Changieren zwischen Solw-Motion, Collage und verfremdeten Proportionen auf. Das Schwingen der Körper und Textilien wird von einem vielschichtigen Sound, einer Mischung aus Klagemelodien, Rave-Sound, wispernde Erzählung und Wiegelied begleitet. Den Sound produzierte die Künstlerin mit ihrer Stimme, ihrem Atem und ihrem Gesang. Dieser Arbeit liegt die Familiengeschichte der Künstlerin zugrunde. Ihre Mutter verstarb 2017 unerwartet während eines Indienaufenthaltes. Sie beschäftigte sich mit den Fragen: «Wer bin ich?», «Wo gehöre ich hin?», «Was macht mich aus?», «Was gebe ich weiter?».
Mirjam Wanner: «Der Körper steht hier für drei Generationen von Frauen. Er steht für die Vergänglichkeit aber auch für die Verbindung, die zwischen uns Menschen besteht.»
Die Videos können mit einem Klick aktiviert werden und geben Ausschnitte wieder.
2025